»6 Briefe zu Beförderung
Wirken? Siehest du nicht, wie Gewächse, Dögel,Ameisen, Spinnen, Bienen die Weit auf ihremPlatze mitzieren? und du, ein Mensch, wolltest dei-nen Mcnschenberuf nicht erfüllen? Du eilst nichtzu dem, was deine Natur von dir federt? Duliebst dich also nicht selbst, da du deine Natur, undihr Gesetz nicht liebest. Andre, die ihre Kunst lie-ben, zehren sich in Ausübung derselben ab, sie ver-gessen Speise und Trank; du aber schätzest deineMenschennatur geringer, als der Drechsler die Dre-hekunst, der Tänzer die Tanzkunst, der Geizige dasGeld, der Ehrsüchtige ein wenig Ehre. ScheinenDir Arbeiten zum gemeinen Wohlseyn zugeringe, als daß sie gleichen Fleißes bedürften?"
„Siehe zu, daß du nicht vcrkaiscrt wer-dest : nimm die Tinctur nicht an. Denn das ge-schieht leicht! Erhalte dich einfach, gut, unverfälscht,ernsthaft, prachtlos, rechtliebend, gottverehrend,sanftmülhig, liebend die Deinigen, tapfer zu jedemwohlanständigen Werk. Kämpfe, daß du Der blei-best, zu dem dich die Philosophie machen wollte.
! Verehre die Götter, erhalte die Menschen. Kurz istdas Leben; und es gibt nur Eine Frucht des irdi-schen Lebens: ein heiliges Gemüth und zum Wohlder Gesellschaft dienende Werke."
„Glaube nicht, daß wenn dir etwas schwerdünkt, es dem Menschen unmöglich sey: undwas dem Menschen je möglich war, das halte auchdir möglich."
„Gegen unvernünftige Thiere, überhaupt auchbei allen vorkommenden vernunftlosen Dingen und
Ge.