3-2 Briefe zu Beförderung
digungscomplimcnt vorbringen, daß sie die seyn, diesie sind. Unser Autor wird das für niederträchtigheilten; wenn es indeß gegen stolze Nativnalvcr-weendte gesagt würde, so möchte hinter dieser Dermuth ein Spott liegen, dem ich fast bcitrate. Umlcr allen Stolzen halte ich den Nationalstolzen, sowie den Geburts- und Adelstölzen für den größestenNarren.
Was ist Nation? Ein großer, ungejäteterGarten voll Kraut und Unkraut. Wer wollte sichdieses Sammelplatzes von Thorheiten und Fehlern sowie von Vortrcfflichkeiten und Lugenden ohne Unter-scheidung annehmen, und wenn es eine bloße Mey-nung von Scelenkräften oder Verdiensten gilt, fürdiese Dulcinca gegen andre Nationen den Speerbrechen? Lastet uns, so viel wir können, zur Ehreder Nation beitragen; auch vertheidigen sollen wirsie, wo man ihr Unrecht thut, (in welchem Falledamals unser Verfasser war); sie aber ex xreiessopreisen, das halte ich für einen Selbstruhm ohneWirkung.
Wir Deutschen wollten uns mit den Griechenvergleichen? Und welches wäre der gcnaubestimmte,der unverfälschbare Maaßstab? Und wer wäre derunpartheyische Richter *) ? So
*) Ich möchte gar nicht, baß sie Griechen ober auchRdinec würden; Deutsche sollten sie sey». — Werwäre der Deutsche? Der, der mitten in Europa,in gemäßigtem Klima, selbstständig > seiner selbstbewußt und mächtig) zwischen Mächten, wie zwi-schen Parteyen in der Gelehrtenrepublik, die Waa-ge hielte. M..
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