58 Briefe zu Beförderung
oder zwanzig Jahre zu schenken nicht genehmigte.Hätte er in diesen nur den hundertsten Theil seinerreifgewordenen Entschlüsse ausgeführt, und nur dentausendsten Theil der Uebel, deren er sich erbarmte,gehoben; wie anders wäre der Zustand und dieGeschichte Frankreichs seit einem Jahrhunderte ge-worden! — Nun aber kam nach wenigen jammer-vollen Jahren statt unsres Bourgogne der Heldaller Ausschweifungen Orleans, und statt desStaalsklugen Fenelons der ruchloseste der Men-schen, Du Bois an« Ruder. Die ewige Unmün-digkeit Ludwig des Vielgeliebten folgte,und wie es seitdem in Frankreich beschaffen gewesen,ist welk- und staatskundig. Die Memoirs von St.Simon, DuElos, Richelieu, duTer-ray u. f. führen uns in einen so tiefen Abgrundvon ungebundener Lüderlichkeit, und frevelhafterUnordnung, daß Jude, Christ, Heide und Lürküber das Resultat äußerst besorgt und zugleich sehreinig seyn mußten-
Was ist hierauf zu sagen? Gegen die Vorse-hung zu Murren, wäre albern: denn wenn wir sieauch zur eigenthümlichen Schutzgöltin Frankreichsund der BourbonS personisicicten, ja ihr dabei dieWaage des Jupiters auf Jda selbst in die Handgäben; in die Eine Sehaale legt sie die Graue! deralten festgewurzelten Reichsverwaltunq, einen ' un-geheuren Berg; in die andre Schaale den jungen,von ihr geliebten Kronerben. „Was kann Er zudiesem Gebirge thun? wird er nach wenigen Jah-ren es vielleicht noch thun wollen? Er entschlafealso, den Tod eines Heiligen, eines von Gott ge-