Band 
Adrastea III.
Seite
66
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66 Briefe zu Beförderung

Mühe verdrießlich; gern'opferte er diesem GeschäfteZeit, Kosten und Seelenkraste auf, die er sonst ab-wechselnder, vielleicht auch einträglicher hatte anwen-den mögen. Viele seiner Freunde in mehreren Pro-vinzen Deutschlands kennen ihn von dieser Seite;und wer einer standhaften Mühe in redlicher AbsichtGerechtigkeit wiederfahren läßt, wird das Verdiensteines Mannes ehren, der in seinem sehr verbreite-ten Kreise vielem Bösen widerstand, und in seinerArt, (nicht politisch!) ein Franklin war, der durchdie Mittel, die in seiner Hand lagen, der Mensch-heit nichts als Gutes schaffen wollte, und gewiß vielGutes geschafft hat. Großmuth war der Grund fei-nes Charakters, den er in einzelnen Fallen mehr-mals erwiesen; nach solchem nahm er sich insonder-heit der Verlassenen, junger Leute, vergessener Ar-men, der Gekränkten, der Irrende» an, und war, fastüber seine Kräfte, ein stiller Wohlthäter der Mensch-heit.

Auch seine Uebersetzungen hatten diesen Zweck, undsein Fleiß dabei war unermüdet. Er erwarb sich beiihnen sowohl um die Eigenthümlichkeit des Gedan-kens, als des Ausdrucks; mithin arbeitete er in bei-den Sprachen. Er, Leßings Freund und bei einerSchrift sein Mitübersetzer, wollte nie ein Sprachver-derber, wohl aber mit Urtheil und Prüfung ein Er-weitere! der Sprache werden. Die falschen Nachah-mungen in seiner Manier hastete er eben sowohl alsdie Nachäffungen der Charaktere, die er dem Deut-schen Publikum verständlich machte; er übersah undÜbersetzte sein Buch als ein Mann von gesundemVerstände.

Ein schätzbares Geschenk, das er uns hätte geben