der Humanität. 75
sobald es ein eigner Gedanke schien, in die Archiv-gräber.
Daher dann, daß uns eine Geschichte Deutsch-landes so lange gefehlt hat, und in manchen Theilennoch lange fehlen wird. Daher, daß unser Slci-dan keine Ausgabe wie der französische Thu an er-lebt hat, und unsre Mevii, Verstaudreich wie siesind , den M 0 n t c s q u i e u' s, Elarend 0 n ' s ,Sarpi's andrer Nationen an Ruhm, Glanz, all-gemeiner Bekanntschaft und Schätzung wohl nachste-hen müssen. Daher, daß die Mvnzambono's,die u I^apicle unter befonderm Schutz, immer alsohalbpartheiisch schreiben, wohl gar in fremde Landergehn, oder Fremde seyn mußten. Daher endlich,daß die besten Schriften dieses Faches in Deutsch-land Vergleichungsweise wenig oder keine Wirkungthun: denn oft ist mit jeder dritten Meile das poli-tische Interesse der Deutschen Provinzen geändert.
Weit entfernt bin ich, hiemit eine StaatSklüge-ley nach Deutschland zu wünschen, die Gottlob unserCharakter nicht ist, und die jedem Volk verderblichgewesen. Raison nicke Geschichte aber, rai-sonnirte Erfahrungen deS Lebens ausallen Ständen, in allen Verhältnissen und Aemternmuß Jedermann wünschen. Durch die Vernunft lebtder Mensch, ob er gleich vom Brote lebet; die ofttheuer erworbene Summe von Gedanken und Erfah-rungen unsres Lebens ist auch ein Besitz, und je-des Glied des Staats gehört dem Ganzen nicht nurdurch das, was es mechanisch that, sondern auchdurch das, was es bey diesem mechanischen Thundachte. Schweigen verständige Leute, so redet der Thor;der spricht södann desto unbesonnener und lauter.