82 Briefe zu Beförderung
würde: so. wäre ihnen das Alles nichts und selbstein Herostrat würde ihnen ein Held seyn. Lautmacht man sich über die Liebe des Vaterlan-des lustig; laut macht man die lächerlich, die fürdas allgemeine Beste sorgen; und zeigt je-mand in der reinsten Absicht die traurigen Aussich-ten, die sich unS für die Zukunft eröffnen, so ist dieAntwort: „laß diese für sich sorgen." — Leichtaber dürften solche Leute zuerst das Unglück erfahren,welches sie blos für andre aufbewahrt glauben.Kommt man dieser epidemischen Krankheit, derenüble Wirkungen bereits sichtbar zu werden anfangen,noch in Zeiten vor: so lassen sich ihre Folgen viel-leicht noch hemmen. Nimmt sie aber überhand, sowird die Vorsicht die Menschen geradedurch die Revolution, die darausentstehen muß, heilen, und was auchkommen mag, am Ende zum Wohl desGanzen leiten; ob dies gleich ohne ZüchtigungDerer, die durch ihre bösen Handlungen wider ihrenWillen zur Beförderung des Guten beitrugen, wedererreicht werden wird, noch erreicht werden kann."
Soweit Leibnitz. Wünschen Sie nicht, daßunserm Auror viele, auch angedruckte Bekennt-nisse merkwürdiger Männer zukommenmögen? WeNn in unserm Vaterlands der morali-sche Mmeingeist, über dessen Abgang Leibnitz kla-get, noch nicht ganz ausgestorben ist, so sollte dieserihm solche in sein Sacrarium treuer Bekenntnissezuführen.