Band 
Adrastea III.
Seite
92
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.92 Briefe zu Beförderung

menschlich bekannt machte; als Theologen ken-ne» wir ihn genug, und haben vielleicht für dasSystem zu viel von ihm gelernet. Er ist uns dafürgleichsam einen Ersgtz aus seiner Denkart, aus sei-nem Herzen schuldig; nur eine bloße Uebersetzunqseiner ohnedem *) etwas langweiligen Eonfcssionenwürde zu diesem Ersatz nicht genug seyn. Es erfor-derte ein ganzes Gemählde aus seinen Briefen,Handlungen, Eonfcssionen und andern Schriften.Genug für heute. Leben Sie wohl!

Die Art Confessionen, die wir neulich betrach-teten, l. F. können wir füglich die andächtigenoder religiösen Evnsessivnen nennen; siescheinen die nützlichsten und leichtesten zu seyn, siesind aber die gefährlichsten von allen, wenn man sieleichtsinnig in die Welt sendet. Was für einenMaaßstab giebts zwischen dem Menschen und Gott?Zwischen einem vorübergehenden eitcln Nichts und demUnendlichen, der Alles übertrifft, alles überschwäng-lich erfüllet? Das Gefühl des Nichts, der äusser-sten Schwachheit und eines verschwindenden Trau-mes wird also meistens diese Bekenntnisse durchströ-men, und eine schwache Seele, die sich fremdedazu findet, eher niederschlagen als aufrichten.Kommt nun noch hinzu, daß solche Eonfessionen,wie gewöhnlich, in Stunden der äussersten Ermat-tung , des Ekels an sich selbst und an allen Din-gen um uns her geschrieben sind, so pflanzen siediesen Ekel fort, und statt aufzurichten, schlagen siedie Seele muthlos nieder. Und doch sind sie,. eben

*) In den letzten Bächcr».

N.