der Humanität.
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und dergestalt fürs ganze Leben genommen werden,als ob mit ihnen der Strom der Zeit stille stände,und sich dieser Zustand, wie er unläugbar aus an-dern fließt, nicht auch in andre verlöre, so wirdnothwendig die Seele des Lesers wie des Patienten,auf eine widernatürliche Weise verenget und be-ängstiget. „Lebe weiter," möchre man dem ste-chen Schriftsteller zurufen, wenn er noch lebte:„vergiß dieses; denn die Zeit hat es weggciilget.„Entwöhne dich von jenem, denn es ist dir nicht„mehr nöthig; vergiß und strebe weiter. Wolle„dich nicht zu einem andern machen als du bist: ,„denn du mußt mit dir selbst leben und sterben.„Wolle nicht aus dir heraus, nicht über dich cm-„porspcingen, denn das Unternehmen ist eitel.„Mache nicht das Heute zum Gestern, noch das„Morgen zum Heute; die Zeit giebt neuen Trost,„neue Umstände und Kräfte. Erwarte, genieße,„gebrauche sie, lebe weiter!"
Ach mein Freund! wie sehr ist der Mensch sichselbst ein Räthsel! Der delphische Gott halte Recht,die Selbsterkenntniß den Schülern der Weisheit vorallem andern zu empfehlen; ich zweifle aber daran,daß er ihnen Es n f e ssi o ne n von sich selbstvor aller Welt würde empfohlen haben. DenGrund unsers Herzens tragen wir stille mit uns,und wir wissen lange nicht, was darin liegt; wirder durch Umstände sanft oder heftiger aufgeregt, soist er uns oft selbst ein Wunder. Das innersteGewebe unsrer Gedanken und Empfindungen fandseine Grundzüge vielleicht schon in jenem Erbtheil,das von Eltern und Voreltern auf uns kenn, und