Briefe >zu Befiederung
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Ich nannte die Person, mit der wir uns hier-über unterreden müßten, uns selbst, oder unsern Schutz-geist.' denn was ist dieser anders als die reine a b-gezogeneJdee von unserm ganzenSelbstdie mit uns gehet, und die uns gleichsam zu unsermSchutze begleitet. Um nicht schlechter zu werden,müssen wir immer besser zu werden streben: deswe-gen begleitet uns dieser glänzende Traum von unsselbst, das Aggregat unsrer geheimen Kräfte, Anstre-bungen und Wünsche. Er erinnert uns an das, waswir vergaßen, an Gelübde, Hoffnungen, Ahnungenunsrer »»erfahrnen Jugendseele: und muntert »nSdadurch auf, und bringt uns weiter. Von ihm bin-nen wir erfahren, warum wir das noch nicht sind,was wir werden wollten? er wird uns auch wederLehre noch Aufmunterung versagen, wie wir es etwa nochwerden mögen. Unser Geburtstag, Tage des Glücksoder andere Erinnerungen sonderbarer Zufalle unsersvergangenen Lebens sind seine Feste; oft aber läßtsich seine Stimme auch unvermuthet, und am liebstenin der pythagoräischen Stunde bei Nacht, in stillerEinsamkeit hören. Er dictirt zwar nicht zum Nach-schreiben, und sieht ür seinen Antworten nicht daraufwie sie sich gedruckt am besten ausnehmen würden;sein Wort aber theilt Seele und Leib,Mark und Bein; ein Richter der Gedan-ken und Sinne des Herzens. Ich wünscheIhnen viele vergnügte Stunden mit diesem unsicht-baren Freunde, der Ihnen mehr als der heilige Au-