Band 
Adrastea III.
Seite
110
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Briefe zu Beförderung

3g.

So angenehm mir Petrarca war, so wehthat wir Urjel Acosta in seinem letzten Selbst-Bekenntniß. Der arme Jude, von Zweifelnüber seine Religion ergriffen, gab alle Verhältnisseseiner edlen Geburt, seines Glückes und Standes auf,suchte Ruhe hie und dort, fand an seinen nächstenVerwandten die ärgsten Feinde, und endigte damit,daß er als ein Neuaufgenommener in der Synagogeseiner Glaubensgenossen, schimpflich-entblößt, mitFüßen getreten, gepeitscht, vetspeiet, es Nicht längerertragen zu dürfen glaubte und sich selbst den Todgab. Die Aufschrift seines Urlaubes aus dem Leben,cxsmxlar Iiumannr; vitLo, rührete mich von jeher;und o möchte ein jeder, der von Menschen aus derWelt gedrängt, zuletzt noch einige Worte für Men-schen zu schreiben, guten Willen und Kraft hat, seinExemplar des menschlichen Lebens dem Exemplardes Acosta hinzufügen I Die Menschheit erhieltedamit eine Anzahl sonderbarer Exemplare.

Von Kindheit auf ist mit Nichts abscheulichergewesen, als Verfolgungen oder persönliche Beschim-pfungen eines Menschen über seine Religion. Wengehet diese, als ihn selbst und Gott an? ja, werweiß nicht, was an dem Wort Religion, sobaldes innere Ueberzeugung und Gefühl betrifft, für tie-fe Skrxrpel und Schwierigkeiten haften ? Dem istDieses, einem andern Das aufs innigste anstö-ßig; zu diesem Ausdruck kann er sich nicht gewöh-nen, von jener früh erfaßten Vorstellungsart aufkeine Weise sondern. An ihr hangen seine morali-schen Begriffe; an ihr vielleicht seine vornehmsteTriebfeder, ja sein Ideal der Moralität selbst. Die-