der Humanität.
ser findet Zweifel, wo keiner sie findet; die schwär»ze, phantastische Fliege verfolgt ihn, ohne daß ein an-derer als Er sie siehet. Wie grausam ists also, wieunvernünftig, nutzlos und unmenschlich, wenn sich einMensch, ein Gericht, eine Synagoge das Verdam-mung«- das Verfolgungs-Urtheil über die-Religioneines andern, wäre er auch ein Neger und Indiek,anmaßt!
Mit Schauder liefet man Acosta's Erzählung,Klagen und Seufzer, die er im tiefen Schmerz über dieihm, einem Rückkchcenden, in einem Eottcshause zu-gefügte peinliche Beschimpfung ausstößt *), und dirmit dem traurigen Gefühl der völligen Verlassenheitund Ohnmacht enden: „hier habt ihr die wahreGeschichte meines Lebens, und welche Person ich aufdem eiteln Schauplatz dieser Welt, in meinem unbe-ständigen und unglücklichen Leben gespielt habe. Rich-tet nun gerecht und unpartheiisch, ihr Söhne derMenschen; richtet frei und nach der Wahrheit, wiees sich Männern geziemt. Findet ihr etwas, daSeuch zum Mitleiden hinreißt, so erkennt und beweintdas traurige Loos der Menschheit, das auch euch zuTheil geworden ist. " —
Dank der Menschheit sey allen Denen, die s»unerträgliche Lasten und Fesseln, die jede unziemen-de Beschimpfung, jede krankende Verfolgung, dieMenschen Menschen von göttlichen oder menschlichen
*) Müller« Bekenntnisse merkwürdiger Männer,Bd. »> S. 16g. u. f.