»3a Briefe zu Beförderung
Pierre, seiner Erziehung und seinen Lcbensum»ständen nach, haben konnte; in ihrem Ziel aber tref-fen beide zusammen, und dieses ist das Wohl derMenschheit. Ihm weihten beide, obwohl aufden verschiedensten Wegen, alle ihre Gedanken undBestrebungen; beiden schien alles das entbehrlicheUeppigkeit oder häßliche Unsitte, was nicht dahinführte. Beide haben eine schöne Klarheit des Gei-stes, eine beneidenswürdige Ordnung und Einfalt derGedanken; sie sind von allem Leidenschaftlichen softrn und los; es verdrießet sie nicht, Eine Sache oftmeistens mit denselben Worten zu sagen, damit mansie fassen und ja nicht vergessen möge, daß auch indiesen liebenswürdigen Fehlern sie einander ähnlicherscheinen. Der letzte Zweck ihrer Bemühungen istganz derselbe.
Eomenius, wissen Sie, war der letzte Bi-schof der böhmischen Kirche, Er lebte in den trau-rigen Zeiten des dreißigjährigen Krieges, da mit ihmso viele Familien auf die härteste Weise vertriebenwurden; seit welcher Zeit dann diese blühenden Ge-meinen nie mehr zu einigem, geschweige zu ihrem al-ten Flor gelangten. Wollen Sie Ihr Inneres sanftund schrecklich erschüttert fühlen, so unterrichten Siesich über den Zustand dieser Gemeinen von ihrerEntstehung an und endigen mit dieser traurigen Vcr-stoßung. Keine Gemeine Deutschlands ist mir be-kannt, die mit so reinem Eifer für ihre Sprache,für Zucht und Ordnung bei ihren Gebrauchen so-wohl, als in ihrem häuslichen Leben, ja für Unter-weisung und Aufklärung im Kreise ihres Noth-wendigen und Nützlichen gesorgt, gestritten, gelitten