,36 Briefe zu Beförderung
düng liege in unserm Geschlecht; nur durch Ein-falt könne unser Verstand, Wille und Handlungs-weise von ihren Verderbnissen loskommen; dahinwiese die einträchtige Norm unsrer gemeinen Begrif-fe, Fähigkeiten und Instinkte; mittelst' dieser, unddieser allein käme man ohne alle Sophjsterey zumreinen Gute der Wahrheit. Freiheit des Wil-lens endlich sey der Charakter. des Göttlichen inuns; Gott zwinge nicht, und wolle nicht, daß Men-schen gezwungen, sondern gelehrt, geleitet, unterstütztwerden. So weit wir vom Wege der Einigkeit,Einfalt und Sinnesfreiheit abgewichenseyn: so sey eine Rückkehr dahin möglich, sobaldwir uns nur vornähmen, ohne Ausschließung Alles,für Alle, auf alle Art und Weise zu ver-bessern. In diesen drey Worten liege das ganze Ge-heimniß: (oinnia, omnibus omriirnoäs ssss
einsirckancka) denn alle bisherige Vereitelung guterBemühungen sey bloß daher gekommen, daß mannicht Alles, nicht für Alle, nicht aufalle Weise habe verbessern wollen, sondern zu-rückbehalten, geschont, geschmeichelt und dadurch dasBöse oft ärger gemacht habe. Das Studium zupartikularisiren, sey die Grundlage der Verwir-rung; jeder rathe, sogar für sich, für alle niemand.Man schaue gewöhnlich auch nicht rings umher,sondern dieser auf dies, jener auf jenes; dafür seyer entbrannt, und vergesse, hindere, verachte allesandere. Am wenigsten habe man den ganzenApparat von Kräften und Mitteln an-gewandt dessen d ie Menschheit fäh igist, ja den sie wirklich im Besitz hat.Sehr ernstlich begegnet Comenius den Einwür-