der Humanität.
dünkt- jede- Volk habe es durch seine Sprache.Diese ist ein göttliches Organ der Belehrung. Stra»fe und Unterweisung für Jeden, der für sie Sinnund Ohr hat. Das Band der Zunge und des Ohrsknüpft ein Publikum; auf diesem Wege Vernehmenwir Gedanken und Rath, wir fassen Entschließungen,und theilen mit einander Belehrung, Leid und Freu»de. Wer in derselben Sprache erzogen ward, wersein Herz in sie schütten, seine Seele in ihr ausdrü-cken lernte, der gehört zum. Volk dieser Spra-che. Ich vernehme noch Ortfrieds Stimmetdie Kern - und Biedersprüche mancher alten Deut-schen, die den Charakter Meines Volks in sich tra-gen, sprechen zu mir; Kaiser berg, Lutherpredigt mir noch; und was auch von andern Na-tionen in meine Mundart meisterhaft überging, istdie Stimme eines P ub l i cum s worden, zu demauch ich gehöre. Meine Stimme, so schwach sie sey,bewegt auch Wellen dieses ätherischen Weltmeers.Von den Millionen, die Deutsch reden und lesen,werden auch mich einige verstehen und hören, warenes nur so viel als Persius sich anmaßet, autciuo aut nemo; auch diese Zwey, lobend oder ta-delnd, erregen ihre Wellen weiter. Im Publicumder Sprache hat sogar der Niemand ein Ohr; erlernt von oder an mir, und spricht weiter. Unddies Publicum breitet sich fort, so lange die Spra-che, selbst mit Veränderungen, dauert, bis sieverständlich zu seyn aufhört. Kein Gesetz kann die-sen Fortgang verbieten, keine Macht ihn aufheben,bis die Sprüche vertilgt ist; und ehe diese vertilgtwird, dazu gehören allmächtige Kräfte der Zeiten.