Band 
Adrastea III.
Seite
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>44 Briefe zu Beförderung

Nicht der Schriftsteller gehöret zu diesem Publi-kum allein, sondern auch der mündliche Unterweiser,der Gesetzgeber, der Feldherr, der Redner und Ord-ner. Mittelst der Sprache wird eine Nation erzogenund gebildet; mittelst der Sprache wird st« ord-nung- und ehrliebend, folgsam, gesittet, umgänglich,berühmt, fleißig und mächtig. Wer die Sprache sei-ner Nation verachtet, entehrt ihr edelstes Publikum»er wirb ihres Geistes, ihres inneren und äußerenRuhms, ihrer Erfindungen, ihrer feineren Sittlich-keit und Betriebsamkeit gefährlichster Mörder. Werdie Sprache eines Volks emporhebt, und sie zumkräftigsten Ausdruck jeder Empfindung, jedes klarenund edlen Gedankens ausarbeitet, der hilft das wei-teste und schönste Publicum ausbreiten, oder in sichvereinigen und fester gründen.

Daß Unser Deutschland durch seine Sprüche sichdirs Publikum in solchem Umfange, mit solcher Fe-stigkeit gegründet habe, wie es hätte geschehen mögen,ist sehr zu zweifeln. Ganze Länder find davon ab-gerissen ; Provinzen und Kreise verstehen einanderkaum,'nicht nur nicht in Reden, sondern oft selbstnicht in Schriften. Was in München Gegendenfür Witz gilt» wird in andern als niedriger Scherzverachtet; das Ganze hüt sü wenig einen gemein-schaftlichen Schritt in der Kultur gehalten, dasschwerlich eine Votstellungsart zU finden wäre, dieauf alle Theile desselben, üIS auf Ein ge-meinsames Publikum, Mit gleicher Machtwirkte. Nicht aber Nur Provinzen und Kreise,selbst Stande haben sich vün einander gesondert,' in-dem seit einem Jahrhunderte die sogenannten obern

Elan-