164 Briefe zu Beförderung
men dadurch zwar nicht in bleibenden Gebrauch, dochaber in ein anerkanntes Licht, in eine immer neuangefangene Uebung. Die Völker Europens wurdensich nicht nur bekannter, sondern auch -durch gegen-seitige Bedürfnisse, bei gemeinsamen Zwecken undBestrebungen einander unentbehrlich ; ihr« Tendenzward immer mehr und mehr auf einen Punkt gerich-tet. Erfindungen kamen hiezu , die bei diesengemeinschaftlichen Bedürfnissen Ein Volk vom andernborgte, worinn Eins dem andern vorzueilen suchte;es entstand in ihrer Vervollkommnung ei»Wetteifer unter den Nationen. Nun konnten nichtso leicht mehr Gedanken, Versuche, Entdeckungen ,Uebungen untergehen, wie in Zeiträumen der cinstvon einander getrennten Völker; das Samenkorn ,das hier und jetzt keine Wurzel fand, trug «in gün-stiger Zephyr auf einen mildern Boden, wo es viel-leicht unter neuem Namen gcdeihete. Im Druck derZeiten und des Klima schlössen sich Zünfte zusam-men, die mit gemeinsamer, oft etwas roher Hand,dem Fleiß, der Thätigkeit, allmählich auch der Er-findung und dem Geist der Menschen Schutz undDauer verschafften, die also, wiewohl sie durch Pri-vatleidenschaften und drückende Verhältnisse das Werkder Vorsehung oft zu hindern schienen, zuletzt dassel-be doch fördern mußten. Durch alles Reiben derVölker, der Gesellschaften, Zünfte und Glieder untereinander erwuchs immer ein grösseres oder fei-neres Publikum, das in Streit und Friede,in Liebe und Leid aneinander Theil nahm. Auf die-sem Wege bekam die rohe Kunst, der vom Bedürf-niß erpressele Fleiß der Einwohner Europens nichtnur diesen ganzen Welttheil, sondern durch ihn auch
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