»66 Briese zu Beförderung
dessen die Menschheit in ihrem jetzigen Zustande fä»hig ist, und welches noch lange, in immer verbesser-ter Gestalt, daucen möge. Die Jahre des Jünglin-ges auf der Akademie sind ihm zeitlebens die liebstenJahre; was er da mit Lust zur Wissenschaft, imersten Feuer der Begeisterung, noch unbekannt mitLasten, uyd Hinderungen des Lebens, oder mit ju-gendlichem Muth diese verachtend, als Beute desWissens, als Regel der Uebung annahm, das bleibtihm lang' oder immer ein froh erworbener Schatz,eine heilige Reges.
Haben wir noch dies Publikum der Schu-fen und Universitäten? Wir Habens noch,und es hat sich (was man auch sagen möge) nichtverschlimmert, sondern verbessert. Seltner treten jetztdie rohe Heere erwachsener Streiter auf dieses Felddes Wissens und Lernen-;. zartere Jünglinge sindes, in denen das Wort des Lehrers auch zartere, des-halb aber nicht unkraftigere Wurzeln schlagt. Wennsie es nicht mit der Klinge behaupten, so hangen sieihm desto gewissenhafter an; der Lehrer sprach fürsie selbst jugendlicher und weckte ihr eignes Nachden-ken, ihre mit ihm wirkende Kräfte. Einst lernteMan und behauptetet er cultivirt und bessert. Stattdes ehemaligen Sekten - und Raufgeistes nehmenmehrere Universitäten eine feinere Tendenz an, Gesel l-schaften der Wissenschaft, pythogori-sche Schulen zu werden, in denen sich die erle-sensten Jünglinge nicht zum Wissen der Dictatensondern zur Wissenschaft, zur Uebung und Kunst ih-res Lebens oder Geschäfts bilden. Ein schönes Pu-blikum, wenn der Lehrer den Werth seines Geschäfts