Band 
Adrastea III.
Seite
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,7« Briefe zu Beförderung

'hm abrechnen; sein Buch ist nie geschloffen,der Prozeß vor und mit ihm wird nie beendet; eslernt immer, und kommt nie zum letzten Resultat.

Man hat diesem Ewig-unmündigen Vormündersetzen wollen, die Censoren; aber, wie die Er-fahrung gezeigt hat, mit fruchtloser Mühe und mei-stens mit dem widrigsten Erfolg. Der Unmündigekostet am liebsten, was man ihm versagte; er su-chet auf, was man ihm Hinterhalten wollte; dasVerbot eines Vertrages an dies Publikum ist geradedas Mittel, selbst einem unnützen Wort, Ansehen,Gewicht und Aufmerksamkeit zu geben. Und wel-cher bescheidne Mann wird ein Vormund des ge-kämmten Menschenverstandes, des Publikumsaller Zeiten und Länder zu seyn wagen? Laßjeden Weisen und Thoren schreiben nach seiner Wei-se, wenn er in zweifelhaften Fällen nursich nennet, und niemand persönlichbeleidiget.

Es sey mir erlaubt, mich hierüber zu erklären-Der weiseste Censor, wenn er auch die Stimme ei-nes ganzen, ja des aufgeklärtesten Staates vorstelltkann in Dem, was Hehre und Meynung betrifft,schwerlich die Stimme deß Publikums, der sich einSchriftsteller freiwillig.unterwirft, auf- oder überwie-gen wollen. Wenn sein Urtheil auch die WeisheitSalomy's wäre t wenn es die Klugheit aller vergan-genen Jahrhunderte enthielte, und dem geprüftenVerstände einer großen Zukunft vereiste: so fehltihm doch Eins, die Legitimation hie zu: dennweder die Vor- noch Nachwelt hat ihn darüber be-urkundet. Der Schriftsteller wird also gegen ihn im-