Band 
Adrastea III.
Seite
173
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der Hum anität. 17)

Noch ein viel Mehreres wäre über das Ver-hältniß des Schriftstellers zum Publikum zu reden.Jede Gattung der Scribenten schreibt für ihre Gat-tung Leser, die sie ihr Publikum, ihre Welt nen-nen. Aus fröhlichen oder traurigen Erfahrungen,welche Schriften am meisten gelesen werden, kannman also auf den Geschmack, auf.das Maas derBildung des Publikums schließen, dem diese Schrif-ten vor andern oder ausschlicssend wohlthun. Diemittelmäßigen, die leichten, üppigen, lüsternen findennatürlich die meisten Leser; viele gerühmte Schrift-steller haben nur durch Zeugnisse anderer ihren Ruhmerlangt, und stehn auf guten Glauben, ange-lesen, in den Bibliotheken. Das Publikum halletnur ihre Namen wieder. Deßhalb aber wird keinguter Kopf, wenn er es nicht des Bauchs wegenthun muß, sich unwürdig, (wie man sagt,) zum Pu-blikum h er ab sti m m e u, oder seinem lüsternen,falschen Geschmack fröhnen. Der Schriftsteller solldas Publikum, nicht dies den Schriftsteller bilden.Delila schnitt Simson das Haar ab, und übergabihn kraftlos den Philistern; sie verspotteten ihn under mußte vdr ihnen spielen.

Nicht die Blätter des Baums; die Keime, Blü-then und Früchte sind sein edelstes Erzeugnis Nichtdas zahlreichste, sondern das verständigste Publikumist mit seinem Beifall die Ehre des Schriftstellers,sein Zweck und Lohn. Das Urtheil dieser vielleichtwenigen Leser dauert fort und wirkt weiter. Ost fin-det ein Schriftsteller diese Leser Nur nach seinem To-de ; Minos und Aeakus sindS, die unpartheiisch überihn richten. Dem Homer schaffte Lykurg unddie Pisistratiden ein größeres, ein AttischeS