178 Briefe zu Beförderung
lur, ja selbst der Industrie, und der Nutzbercchnunggehet dahin, diese geborne Sklaven eines Mutter-leibes oder der Mutter-Erde mit sanftem Bandenan ein Vaterland zu knüpfen, und sie von der har-ten Schölle, die sie im Leben mit ihrem Schweiß,im Tode mit ihrer Asche düngen sollen, allmähligzu entfesseln.
Als noch Nomadenvölker in der Welt umher-zogen , wüste Platze Zcitenlang inne hatten, undin diesen ihre Väter begruben: da gab der BodenbeS Landes, den diese Völker besaßen oder besessenhatten, Anlaß zum Namen eines Landes derDäter. „An unsrer Vater Gräbern erwarten wireuch," rief man den Feinden zu: „auch ihre Aschewollen wir schützen, und unser Land sichern." Soist der heilige Name entstanden, nicht als ob Men-schen aus dem Boden entsprossen wären. Nur Kin-der können das Vaterland lieben, nicht ErdegeborneKnecht oder wie Wild gefangene Sklaven.
Was uns im Vaterlande zuerst erquickt, istnicht die Erde, auf die wir sinken, sondern dieLuft, die wir athmen, die väterlichen Hände, dieuns aufnehmen, die Mutterbcust, die uns säuget,die Sonne, die wir sehen , die Geschwister, mit de-nen wir spielen, die freundlichen Gemüther, dieuns wohlthun. Unser erstes Vaterland ist also da-Vaterhau«, eine Vaterflur, Familie.In dieser kleinen Gesellschaft leben die eigentlichenund ersten Freuden des Vaterlandes, wie in einemJdyllenkreise; in Idyllen leibt und lebt das Landunsrer ersten Jugend. Sei der Boden, sei das