Band 
Adrastea III.
Seite
193
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, d «II Hum anitä«. xg3

aus einem von ihm geliebten Hause, dem Neffen ei-ncs Papstes zugeschrieben, der ihn- hochhielt, dem erdamit gewiß keine Schande machen wollte. Michdünkt, das ganze Mißverständlich rühre daher, daßman den Punkt nicht bemerkt, auf welchemdamals das Verhältniß der Politik undMoral stand.

Beide hatten sich sichtbar und völlig getrennet.Die Zeiten Alexanders VI. und Cäsar Bor-tz ia waren zwar vorüber; aber auch Julius undLeo, Frankreich und Spanien, Florenzund die kleinen Tyrannen von Italien, ja jenseit derAlpen wollte Niemand als Regent und Politi-ker Moralist seyn. Man lachte die Tramvntaneraus, die inS Regierungswesen so enge Begriffe brach-ten : denn von Erlangung oder Erhaltung der Macht,und von den Mitteln dazu, insonderheit von Ver-schmitztheit und Klugheit sey, glaubte man, hier dieRede; nicht aber von Güte und Weisheit. DieReligion, von der Moral ganz abgesondert, war selbstPolitik, deren Hauptgesetz überhaupt die StaatS,raison (la raZions äel siaw) deren Hauptmaxi'me es war: die Dinge, jedes zu seiner Zeit, imPunkt seiner Reife nutzen zu können; (coriocerlas vasas err sa xiaw, eti sa ssron, ^ sakerlas loKrar.) Eine solche Politik brachte Karl V,nach Deutschland z daher er auch die Reformationnie anders anzusehen vermochte; eine solche übtenKönige, Fürsten, Staateminister. In allen peliti,sehen Schriften war sie anerkannt; fast jede StadtItaliens war Jahrhunderte lang ihr Schauplatz ge-wesen , und war es noch. Hier schrieb Machiaveil

Herders Werke z. Phil, u, Gesch. XI. N ^-tr-irtea.HI,