Band 
Adrastea III.
Seite
194
JPEG-Download
 

»94 Bri rfe zu Befö r deru n g

seinen krencixs , ganz in den Begriffen seiner Zeit,ganz nach Vorfallen, die damals jedermann in An-denken waren. Aus diesen hatte er eben seine poli-tischen Sätze abgezogen; und belegt« jeden derselbenmit Beispielen begangener Fehler. „Wenn diesEuer Handwerk ist," sagt er gleichsam, „so lerntes recht, damit Ihr nicht so unselige Pfuscher blei-bet, als ich Euch zeige, daß Ihr seyd und wäret.Ihr habt keinen Begriff, als von Macht undAnsehen; wohl, so braucht wenigstens dieKlu g-heit, die Euch zur sichern Macht, und Italienendlich einmal zur Ruhe leitet. Ich habe Euch Eu-er Werk nicht angewiesen; treibt ihrs aber, sotreibet es recht." Daß dies die Haltung der Ge-danken in Machiavells ganzem Buche sey, wird je-der Unparthcilsche fühlen.

Damit wird es nun weder Satyre, noch einmoralisches Lehrbuch, noch ein Mittelding beider;es ist ein rein politisches Meisterwerkfür Italienische Fürsten damaligerZeit, in ihrem Geschmack, nach ihrenGrundsätzen, zu dem Zwecke geschrie-ben, den Machiavcll im letzten Capitel angiebt,Italien von den Barbaren, (gewiß auchvon den ungeschickten Lehrlingen der Fnrstenkunst,den unruhigen Plagegeistern Italiens) zu befreien.Dies thut er ohne Liebe und Haß, ohne Anpreisungund Tadel. Wie er die ganze Geschichte als eineErzählung von Naturbcgebenheitcn derMenschheit ansah: so schildert er hier auchden Fürsten als ein Geschöpf seiner Gat-tung, nach den Neigungen, Trieben, und dem ge-