196 Briefe zu Beförderung
entlarvte den Unfug der kirchlichen Politik so schreck-lich, daß immer auch einige, obgleich wenige Strahlenauf die Staatspolitik fallen mußten. Jesuiten ent-standen, die ein feineres Gewebe zu spinnen, unddie Cabinette schlauer zu regieren wußten. Karl V.machte in Italien Ordnung; eS krystallisieren sichdie kleineren Staaten, und nur den größeren, einerKatharina von Mcdicis, Heinrich VIII.,Karl V., Philipp II. stand es frei, in der al-ten großen Machiavellischcn Manier zu verfahren.Da endlich stand ein Jesuit auf, klagte das Buchan, und es wurde verdammt, 72 Jahr nach seinerErscheinung. Machiavells System ward ver-dammt, weil es von den Staaten zu grob, von denJesuiten jetzt feiner ausgeübt ward: man wollteden alten Meister nicht mehr anerkennen, der dieseGrundsätze zu klar exponirt hatte, und war über.zeugt, der Jünger sey jetzt über den Meister. Nichtohne; diese Politik aber stürzte sowohl den Jünger,als den Meister, und 0 wäre sie für unser Men-schengeschlecht endlich begraben! Was ist ein kren-cixe Machiavells seiner Natur und Gattung nach?Der königliche Jüngling, der einen Anti-Ma-ch iavell schrieb, hätte einen - krencixeschreiben sollen, wie er ihn auch nachher, (außervielleicht in Fällen der dringenden Notb oder derConvention) für Welt und Nachwelt rühmlich gezeigthat. Vivre et mourir sn kok, war sein großesWort der Pflicht und Ehre.
Zu deinem Grabe wahlfahrtete ich einst, meinAnti-Machiavell, Hugo Grokius. Du schriebstkein Recht des KriegeS und Friedens: denn du wa«