'Briefe zu Beförderung
„Ich wünschte, haß treffliche Männer die leer«Hoffnung, Dberhercen im Reich der Philosophieseyn zu können, (arripinnclas t^ranniciis in im-xerio xkiilosoxiilco) aufgäben und den Ehrgeitz,«ine Seele stiften zu wollen, fahren ließen: denneben hieraus entspringen jene ungeschickten Parthei-lichkeiten, jene leere und eitle Büchcrkriege, die derWissenschaft und dem Gebrauch der kostbaren Zeitso sehr schaden. In der Geometrie kennt man keineEuklidianer, Archimcdianer, Apollinianer; alle sindvon Einer Secte, der Wahrheit zu folgen, wohersie sich anbieten möge. Auch wird niemand geboh-ren werden, der sich das ganze Patrimoniumder Gelehrsamkeit zueigne, der das ganzeMenschengeschlecht an Geist übertreffe und alle Ster-ne um sich her auslösche wir die ätherische Sonne.Wir wollen den Des-CarteS loben, ja gar be-wundern ; deßhalb aber wollen wir Andre nicht.ver-nachläßigen, bei denen sich viele und große Dingefinden, die Jener nicht bemerkt hat. —
„Nichts stehet dem Fortkommen der Wissen-schüft so sehr entgegen, als jener Knechtsdicnst, inder Philosophie eines Andern Gedanken zu paraphra-sircn; und eben diese Paraphrasir - Kunst halt« ichfür die Ursache, warum von den blos - Eartesianerneben so wenig Neues und Ausnehmendes geleistetwerde, als von den Aristotelikcrn geleistet worden,nicht aus Mangel des Genies, sondern des Secten-geistes, der Partheisucht halben. Wie nämlich un-sere Einbildungskraft, wenn ihr Eine Melodie alleinvorschwebt, schwerlich und mit Mühe zu einer an-dern übergeht, wie Der, der unablaßig einer geschla-genen