23 s Briefe zu Beförderung
dies fremde Wissen im Lebtn und im Sterben ihrzugul kommt." ^
„Welch ein Schatz da in dem anstossendenSchrank für die Heilkunde! Zhr werdet wohl, seitHippokrates, der mir noch den Gang der Krank-heiten beobachtete, die Mittel gefunden haben, sie allezu heben? Zu seiner Zeit war das Leben kurz, dieKunst lang; jetzt ists wohl im umgekehrten Vet°hältniß?"
„Aber die angelegentlichste Frage des Mannesim Mantel würde gewesen seyn, wieviel spekulativeWahrheiten von den neuern Philosophen gefundenworden und im philosophischen Schrank aufbewahrtfrühen? Eine einzige, antwortet der Verfasser, vonmeinem Freunde Kant, diese: daß wir noch keinePhilosophie, keine reine hatten. Eine Wahrheit, dieer bewiesen hat, und die Sokrates vor ihm, ohneBeweis, so ausdrückte: wir wissen nichts. Durchschwelgerische Spekulationen über übersinnliche Dingeabgeleitet, ließen wir das uns zum Bearbeiten ange-wiesene Feld mit dem eingestreueten Samen in unsverwachsen daliegen. Nachdem W Schutt des an-gemaßten Wissens, wodurch die Vernunft mit sichselbst in Widerspruch kam, vom Herzen geräumtward, konnte dasselbe für das Sittlichgute fteischlagen."
„Wir erfahren nämlich durch unsern innernSinn die unbedingte Federung: recht zu thun.Wir erfahren in uns die Freiheit, nach dieserFederung zu handeln. Von diesen beiden Thatsachenkönnen wir sicher ausgehen und sicher schließen: wirsind mo r alischen Ursprungs. Ein höchste?'