Band 
Adrastea III.
Seite
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der Humanität.

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erwiesen, darstellend zu zeichnen. In dieser Verle-genheit zeichnet man eine Außenlinie von innen mitwenigen Zügen, und überlaßt es dem Gemüth desAnschauenden, dieses Sbozzo zu ergänzen. DieGeschichte des Volks, seine Geistesprodukte müssenihm bekannt seyn; sonst war für ihn der Umrißvergebens gezeichnet.

Was man bei solchen Charakterzeichnungennicht angibt, läugnet man deßhalb noch nicht. Viel-leicht ward es vorausgesetzt, vielleicht folgets; nurals der erste hervorspringende Charakteczug konnte esnicht angeführt werden, weil es dieser — nichtwar.

Wenn z. B. der Französischen Nation einevorzügliche Ausbildung ihrer Sprache zur Klar-heit, zur Präcision, zur Politesse, als«in Lob angerechnet wird; sollte damit gesagt seyn,mit dieser hellen, präcisen, politen Sprache könnesie nicht rühren? In eines jeden großen Schrift-stellers Händen ist die Sprache ein eigenes Ding:er braucht und formt sie nach seinem Gefallen; seinCharakter, sein Geist, sein Herz belebt sie. Mon-taigne's und Rousscau's, Paskal's und D i-derot's, Voltairc's und Fenelon's Schreib-art ist dem Charakter nach gewiß nicht dieselbe:und doch schrieben sie in der, auch zu Corneillc'sund Boßuets Pracht, zu des Racine's em-pfindlichen Zartheit, zu Fontenellc's witzigenNettigkeit ausgearbeiteten Sprache. Kann man derRede überhaupt ein größeres Lob beilegen, als daßsie sich der Klarheit und Präcision, der Gewandtheitund Artigkeit befleißiget? In einer solchen Sprache