Band 
Adrastea III.
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Briefe zu Beförderung

derte lang Edle und Fürsten, um dort die Ritter-sitte, das Hofceremoniel, die leichteste und beste Le-bensart zu lernen, bis endlich von Paris und Ver-sailles aus der Französische Ton, die FranzösischeSprache als Mode sich über die Welt ausgoß.Sein Kleinstes hat Frankreich bemerkbar zu machengesucht; in allen Staaksveränderungen und Unter-handlungen hatte lange es die Hand und trat gernhervor zu sagen: „sehet, daß ich da bin! und wieichs treibe. Hieße dieß nicht repräsentiern? DerTon der guten Erziehung, des Unterschiedes derStände, der anständigen Lebensart, des höflichenAusdrucks, der ganze Charakter der FranzösischenSprache, ist eine Art Repräsentation. Selbst wennder Franzose mit Gott spricht; er cepräscntiret.

^ Aber auch diese Eigenheit ist kein Vorwurf.Denn bei dem Scheinen kann man ja auch seyn,beim Repräsentiern auch leisten. Außer denGriechen ist mir kein Volk der Geschichte »bekannt,das beide Eigenschaften so leicht zu verbinden, sounvermerkt zu verschmelzen wußte, als dieses., .DasSprüchwort sagt: der Franzose scheint oft klüger,als er ist, der Spanier ist oft klüger als erscheint.

Mit dem Wort Repräsentation auf dem The-'ater, in Gesellschaften, bei Aufzügen, Feierlichkeitensollte gar nichts Nachkheiliges gesagt seyn. Einmalsind die Helden des Corneille und Racinekeine Römische Helden; das Französische Theatersollte kein Griechisches, sondern ein FranzösischesTheater seyn; wer hatte etwas dagegen? DieNation war über die Regeln des Geschmacks, derguten Lebensart, des Ausdrucks der Empfindungenmit sich selbst übereingekommen; welcher