254 Brief« zu Beförderung
Sitten und Gebräuchen. Don Karl dem großenfangt die unglückliche Vereinigung an, die Deutsch-land Leides genug gebracht hak, ob Karl gleich selbstein Frank und Deutscher war und in besterAbsicht seine Anstalten machte. Zhm sind wir diedreißigjährigen blutigen Kriege und Verheerungen desdamaligen Sachsenlandcs, ihm die UnterjochungDeutschlands bis über die Elbe zur Ungrischen Gränzehin, ihm die erste Zerstörung der alten germanischenVerfassung, die den Römern nie kiatte gelingen wol-len, die Einführung des Römisch-Gallischen Cbri-stcnthums, ihm und seinen Nachkommen die Pflan-zung so vieler Bischofssitze, Domkapitel und Ab-teien längs dem Rhein und der Donau, ihm undihnen die Sündfluth von Uebeln schuldig, unter de-nen Germanien endlich zum stehenden und abgestan-denen, verwachsenen Teich ward. Die kurze Ver-bindung Germaniens mit der Fränkischen Monarchiehat Deutschland in ein Labyrintb gezogen, aus wel-chem es der Lauf tausend folgender Jahre nicht haterretten mögen. Sobald beide Reiche getrennt wur-den, suchte Frankreich sich zu consolidiren; Deutsch-land blieb von außen und innen im ewigen Streitmit einer furchtbaren, der geistlichen Macht, die«s im Namen der Christenheit in Schranken haltensollte, wenn es darüber auch selbst zu Grunde gingeund sich ganz und gar vergäße. Dies Amt hatteihm das gallische Christenthum; die Fränkische Mo-narchie aufgebürdet; ein Deutscher Kopf hatte schwer-lich nach solchem gefährlichen Diadem gestrebet.
An den Ritter- und Kreuzzügcn, die Frankreichausbrachte, hat kein Land so viel Theil und so viel