Band 
Adrastea III.
Seite
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27" Dr i e fe zu B efö r d c ru n g

nende Dürre und Kälte. Den eigentlichen Besitzerndieser Sprache gnügt solche: denn sie leben in ihr;sie beleben sie mit ihrer fröhlichen Leichtigkeit undSprachseligen Anmuth. Wir Deutsche aber, mitn n s r e r Leichtigkeit? mit unserm Französische»Scher;? O alle Grazien und Musen! —

Jedermann muß bemerkt haben, daß es imganzen Europa keine verschiedenere Denk - und Mund-arten gebe, als die Französische und Deutsche, sonachbarlich sie wohnen. Aus keiner Sprache ist soschwer zu übersetzen, als aus der Französischen, wennder Deutschen Sprache ihr Recht, ihre ursprünglicheArt bleiben sott; vollends das Eigenste derselben, ihrGeist und Scherz, ihre flüchtigen Malereien undBezeichnungen, Spiele der Phantasie und der leich-testen Bemerkung sind uns ganz fremde. Wie schwer-fällig geht die Französische Eomvdie aus unsern Thea-tern einher! wie hölzern klingen im Deutschen ihrefröhlichsten Gesellschaftsliedcr! Und ihre Versifica-tion, der Ton ikrer Oonres ü rira, ihre kaufendUebereinkommniss« über das Schickliche und Unschick-liche im Ausdruck, (welches alles sie Regeln deSGeschmacks zu nennen belieben;) wem ist esfremder als der Deutschen Sprache und Denkart?Diel leichter können wir uns unter Griechen undRömer, unter Spanier, Jtaliäner und Engländerversetzen, als in ihren Kreis anmuihiger Frivolitä-ten und Wortspiele. Geschieht dies endlich, zwingenwir uns von Jugend an diese Form auf, gelangenwir mit saurer Mühe zu der Borlrefflichkeit, wozuwenige gelangen, Französisch zu denken, zu scherzenund zu amphibolisiren! was haben wir gewonnen?