der H u m anitäk. 27 e
Daß der Franzose den Deutschen Ungeschmack,die Tudeske Muse, lobend verhöhnet, und wir unsrenatürliche Denkart einbüßten. Schwerlich stiebt eseine schimpflichere Sklaverei, als die Dienfibarkeitunter Französischem Witz und Geschmack, in Fran-zösischen Wortfesseln.
Und sie macht uns andrer, stärkerer Eindrückeso unfähig, so in uns selbst ersterben! Sagen Sieeiner flachen Seele von Deutsch-Französischer Erzie-hung. das Stärkste, das Beste in einer andern Spra-chen man versteht sie Französisch. lassen Siees sich wieder sagen, und Sie werden sich vor Jd-,rem eignen Gedanken oft schämen. Die Sprachrlch-,tigen Franzosen, wie inkerpretiren sie die Alle» ? wieübersehen sie aus neueren Sprachen? Läse sich H o-raz in einer Französischen Uebersitznng, was würdeer sagen ? Da nun die Deutsche Sprache, (ohnealle Ruhmredigkeit sey es qesagt) gleichsam nnrHerzund Verstand ist, und statt feiner Zierde Wahr-heit und Innigkeit liebet; so zerstäubt ihr Nach-druck einem gemeinen Französischen Ohr, wie derfallende Strom, der sich in Nebel auflöset. Wiemanchen hohen Begriff, wie manches edle Wort auchder alten Römersprachc hat die Gallische Eitelkeit ge-schminkt, entnervt, verderbet!
Wenn sich nun, wie offenbar ist, durch diesethörichte Gallicomanie in Deutschland seit einemJahrhunderte her ganze Stände und Volks-classen von einander getrennt haben;mit wem man Deutsch sprach, der war Domesriejue,(nur mit denen von gleichem Stande sprach manFranzösisch, und federte von ihnen diesen jarZorr