Band 
Adrastea III.
Seite
272
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272 Briefe zu Beförderung

als ein Zeichen des Eintritts in die Gesellschaft vonguter Erziehung, als ein Standes - Ranges- undEhrenzeichen;) zur Dienerschaft sprach man wie manzu Knechten und Mägden sprechen muß, ein Knecht-end M ä g d e - D e u k sc h ,'weil man ein edleres,«ine besseres Deutsch nicht verstand und über sie indieser Denkart dachte, wenn dies ein ganzes reinesJahrbunderl ungestört, mit wenigen Ausnahmen, sofortging; dürfen wir uns wohl wundern, warumdie Deutsche Nation so nachgeblieben, so zurückge-kommen, und ganzen Ständen nach so leer und'ver-ächtlich worden ist, als wir sie leider nach dem Ge-sammt - Urtheil andrer Nationen im Angesicht Euro-pa's finden? Bis auf die Zeiten' Maximilianswar die Deutsche Nation, so oft auch ihre Ehrlich-keit gemißbraucht ward, dennoch eine geehrte Na-tion; standhaft in ihren,-Grundsätzen, bieder in ih-rer Denkart und Handlungsweise. Seil fremde Völ-ker mit ihren Sitten und Sprachen sie beherrschten,'von Karl dem fünften an, ging sie hinunter. DieReformation trennte, das politische Interesse trennte.Zuerst kam Spanisches Cerimoniel zu uns; baldschrieben die Fürsten, Prinzen, Generale Italiänisch,bis seit dem Glorreichen dreißigjährigen Kriege nachund nach fast das ganze Reich an Höfen und in denobern Standen eine Provinz des Französischen Ge-schmacks ward. Hinweg war jetzt in diesen Stän-den der Deutsche Charakter! Frankreich ward di«glückliche Geburtsstätte der Moden» der Artigkeitder Lebensweise. An Höfen bekam Alles andre Na-men ; in manchen Ländern ward die ganze Landes,Verwaltung Französisch eingerichtet. Den Landes-herr», die voreinst Deutsche Fürsten und Landesver-

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