274 Briefe zu Beförderung
Sie betrugen sich auf verschiedene Weise, Ein Theilfuhr fort, lateinisch zu schreiben; und wiewohl derDeutschen Sprache hiedurch ihr Beitrag zur Culturabging, so gewann die Wissenschaft dennoch mehr,als wenn sie damals, in der seit Luther sehr ver-fallenen Sprache, Deutsch geschrieben hätten. Auchanmuthige Sachen, auch Gedichte schrieben sie la-teinisch, deren wir aus den beiden letztvergangene»Jahrhunderten viele gute, einige vortreffliche haben.Andre, edle Gemüther, suchten die deutsche Spracheempor zu bringen; sie ahmten aus fremden Spra-chen nach, was sich nachahmen ließ; so erschienenOpitz, Log au, und andre Schlester, die wenig-stens verhinderten, daß die deütsche Sprache nichtganz und gar zum pöbelhaften Streitgewäsch dama-liger Zeit, oder zur erbärmlichen Canzleisprache her-absank. Einige Fürsten *) hakten ein Ohr für sie;und suchten ihr durch Gesellschaften, sogar durcheigne Arbeiten aufzuhelfen. Andre, schlechtere Ge-sellen, ahmten den französischen Witz nach, und soentstand jene Zunft Schul fuchse, die nicht nurbeide Sprachen erbärmlich mengten, sondern auch
*) A. B. von Anhalt, von Weimar, vonBrau «schweig, von Liegnitz u. f. Einigederselben übersezten selbst, und zwar sehr guteBücher, aus dem Italiänischen, Französischen,Spanischen. Mehrere Fürstinnen sahen das Uebelund flehten und warnten. S. MoserS patrioti-sches Archiv der Deutschen, und seine andernSchriften hi» und wieder.
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