der Humanität.
279
jeder Mensch, der dieses Namens noch würdig ist,bei Erblickung eines ausgesetzten Kindes befindet.Er begnügt sich nicht, ihm nur nicht vollends denGaraus zu machen, es unbeschädigt und ungestörtda liegen zu lasten wo er es findet; er schafft oderträgt es in das Findelhaus damit es wenigstensTaufe und Namen erhalle. Gerade so wünschte ichwenigstens (denn was wäre es nun, wenn auch dar-um noch so viel Lumpen mehr dergestalt verarbeitetwerden müßten, daß sie Spuren eines unsterblichenGeistes zu tragen fähig würden?) wünschte ich we-nigstens alle und jede ausgesetzte Geburten des Gei-stes mit eins in das große für sie bestimmte Findel-hans der Druckerei bringen zu können: und wennich deren selbst nur wenige wirklich dahin bringe,so liegt die Schuld gewiß nicht an mir allein. Ichthue was ich kann, und jeder thue nur eben soviel."
So dachte Leßing und so habe Ers denn sei-ner eignen Nemesis Dank, daß nach dem Maaß,nach dem er fremde Handschriften hervorzog, dieScmigen auch ans Licht gestellt werden. Ehre gnugfür Jeden, Schriftsteller oder nicht, dessen kleinstesBlättchen, dessen eiligster Brief mit so viel Ehreans Licht treten darf!
5vi Isntum rilliUis, ein gar abfün-de r lieh es Volk sind wir Deutsche. Unsre Nach-barin rühmen sich ihrer Schriftsteller; sie samm-le« ihre Werke, Aufsätze, Briefe, Fragmente mitgxößestem Fleiß und setzen darein ein edles Eigenthum,eine Nationallehre. So sind (nur wenige aufzuführen,)in Frankreich die Werke nicht etwa nur der C o r-