der Humanität.
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ben hat, kümmerte: so sollte es, dünkt mich,deutsche Gelehrte geben, denen Dies und Jenesnicht gleichgültig seyn darf, und der verständi-ge Mann in seiner Sinnes- und Denk,art, ist für einen gebildeten Mann bei jedemSchriftsteller das Wichtigste, das Beste.
Auch ich stelle mir Ihren Jüngling vor, der„mit classischen Kenntnissen,in der Schule ausge-rüstet, ehe er die Akademie beschreitct," eben aufdiese Sammlung Leßingschcr Schriften gcriethe.Natürlich wird er vieles in ihnen überschlagen;wobei er aber verweilet, an den Werken seines Ge-nius , an den Grundsätzen und Urtheilen seiner Kri-tik, an seinen unvollendeten Entwürfen, an seinenhie und da kaum genannten Vorsätzen, an seinenMeynungen über das was ihm leicht und schwer,nothwendig oder erläßlich schien, an seiner Waagedes Billigen und Rechten, des Zweckmäßigen, Edlenund Schönen; an seiner Kunst zu disputiren, nachOrt und Zeit zu reden, Wahrheit zu verhüllen ohnesie zu beleidigen, sie nicht immer unmittelbar, son-dern auf gewählten Umwegen geschickt zu befördern;vor Allem an seinem festen und bescheidnen Charak-ter, der nie mehr von sich hielt als sich gebührt zuhalten, der auch im Spiele ernst, auch gegen Fein-de gerecht, über die menschliche Bestimmung reinund sicher, über das menschliche Wissen und Be-streben demüthig und bescheiden, seinen Grundsätzentreu blieb und in den widrigsten Fallen des Lebensden herben Apfel oft mit Scherz, immer aber mitmännlicher Heiterkeit kostete; an diesem Mann undSchriftsteller wird er viel zu lernen finden! Seine