Band 
Adrastea III.
Seite
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284 Briefe zu Beförderung

ihre Hund seyn; sie hingegen sinds, von deren Wil-len und Meynung im Guten und Bösen fast Allesabhängt. Zum Wohl des Ganzen sind sie unent-behrlich.— Eben so falsch ist die andre Behauptung,daß es Deutschland vorthcilhast sey, wenn Schrift-steller blos für Schriftsteller schreiben. DerKoch kocht für Gaste, nicht für Köche; und wennKöche sich in Deutschland zu Häuptern einer gelehr-ten Republik auswerfen und stakt der von ihnen ver-achteten Höfe schmähende Jahrs- und Monats-buden errichten; so ist die öffentliche Kritik, diejeder Nation ein Palladium des guten Geschmacks,des gesunden und redlichen Urtheils seyn sollte, inDeutschland dazu geworden, wozu sie Weltleute,mit verachtendem Spott aus innrer Abneigung ge-gen alles deutsche Bücherwrsen nur wünschen mochten.Welcher Mann, ich will nicht sagen, vom Stande,sondern nur von Achtung für seinen Namen wirdsich in eine Gesellschaft mischen, die auf solche Artfür sich selbst schreibet?

4. Glaube man nicht, daß die unterstenStande die obern ersetzt haben, sobald irgend nurdas Pr.ödukt abgeht. Der größte Theil deutscherSchriftsteller schreibt jetzt für L eseg ese l lsc haf-ten, und manche derselben scheinen sich an diesendas Gesinde der deutschen Nation zu denken, fürwelches ihre Produkte gewiß auch die unterhal-tendsten sind. Dadurch bessern wir unsern Geschmacknicht; dadurch erwerben wir keine Ehre. Der Na-menlose, der solche Werke schrieb, schämte sich ih-rer zuerst selbst, bis er, (denn man gewöhnt sichan jedes Handwerk) in Kurzem auch die Schaam