Band 
Adrastea III.
Seite
286
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2Ü6 Briefe zu Beförderung

Behüte Gott jeden Deutschen, daß er nicht um fran-zösischen und englischen Rubm schreibe! Wo dieNatur durch Sprache, Sitten und Ebarakter dirVölker geschieden; da wolle man sie doch nicht durchArtefacta und chemische Operationenin Eins verwandeln.

6. Mich dünkt, wir bleiben auf unserm We-ge, und machen aus uns, was sich machen laßt.Sage man über unsre Nation , Literatur und Spra-che Böses und Gutes; sie sind einmal die Un-sern. Mit der französischen Sprache wollen wirnicht tauschen, ihr auch nicht beneiden, daß sie bisSprache der Welt sey. Büsch hat die Frage:„gewinnt ein Volk in Absicht auf seine Aufklärung,wenn seine Sprache zur Universalsprache wird?"scharfsinnig und meinem Bedünken nach wabr be-antwortet *). Als demüthige Deutsche wollen wirdas gesammte Universum noch nicht lehren, sondernvon jeder Nation, von der wir lernen können, ler-nen. Bon den Altstanzosen sowohl als von denNeufranken wollen wir fortfahren zu lernen: denneben von jenen ist uns, ihrer bösen Einführung^ wegen, unparlheyisch betrachtet, noch vieles zu ler-nen übrig. Der Eine Theil unsrer Nation «ahmsie, ohne alles Verhältniß zu unserm Daseyn, mitblinder Verehrung auf, und, gewann an ihnen ge-rade das lieb, was für uns nicht diente, Plaisan-terien über die Religion, und Zoten; der andereverabscheute sie um so mehr und betrug sich übcr^Haupt etwas pedantisch. Vielleicht waren wir zum

Berlin 17L7.