der Humanitär Z29,
Schwerlich gibts eine honettere Denkart^als die der Ubb-t St. Pierre in allen Schriftenäußert. Allgemeine Vernunft und Gerechtigkeit,Tugend und Wohlthätigkeit waren ihm die Regel,die Tendenz unsres Geschlechts und dessen Wahl-spruch: eioriLsr st ^»LräosLkr, Geben undVergeben: Dazu las, dazu sah und hörte er?,
ohne Anmaßung. „Eine Eintrittsrede in die Aka-.demie, sagte er, verdient höchstens zwei Stunden,die man darauf wendet » ich habe vier darauf ge-wandt, und denke, das sei honett genug» unsre Zeitgehört dem Nutz.en des Staats»*' —
Ueber den körperlichen Schmerz dachte er nichtwie ein Stoiker, sondern hielt ihn für ein wahres,ja vielleicht für das einzige Uebel, dgS die Vernunftweder abwenden noch schwächen könnez die meistenandern Uebel, meinte er, seyn abwendbar oder nurvon einem, eingebildeten Werthe. Seine Mitmen-schen des Schmerzes zu überheben, sei die reichst«Wohlthat. —'
„Man ist nicht verbunden, andre zn amusi-ren, wohl aber niemand zu betrügen" und shbefliß er sich aufs strengste der Wahrheit.
Einzig beschäftigt, das hinwegzubringen, wasdem gemeinen Wohl schadete, war er ein Feind derKriege, des Kriegsruhms und jeder Bedrückung desVolkes» dennoch, aber glaubte er, daß die Weltdurch die schrecklichen Kriege der Römer weniger ge-litten habe, als durch die Tobere, die Nero neu.„Ich weiß nicht, sagt er, oh Ealigula, D o-kniti.an und ihres Gleichen Götter waren z dasnur weiß ich, Menschen waren sie nicht. Ich