33» Briefe zu Beförderung
glaube wohl, daß man sie bei ihren Lebzeiten überdas Gute, das sie stifteten, gnug mag gepriesenhaben; einzig Schade nur, daß ihre Völker vondiesem Guten nichts gewahr wurden." Er hatteoft die schone Marime Franz des ersten im Mun-de: „Regenten gebieten den Völkern; die Gesetze denRegenten." ^
Da er nicht heirgthen durfte;, so^erzog er Kin-der, ohne alle Eitelkeit, nur zum Nützlichen, zumBesten. Er fteuete sich auf eine Zeit, da, vonVvrurtheilcn frei, der einfältigste Eapuciner so vielwissen würde, als der geschickteste Jesuit, und hieltdiese Zeit, so lange man sie auch verspätete, fürunhlntcrtreiblich. Trägheit und böse Gewohnheitender Menschen, vorzüglich aber den Despotismusklagte er als muthwillige Ursache» dieses Aushaltensan: denn auch die Wissenschaften, meynte er, liebeman nur unter der Bedingung, daß sie dem Volknicht zu gut kämen. So sagte jener Kalthäuser,,als ein. Fremder seine Karlhause, wie schön sie sey,,lobte: „Für die. Vorbeigehenden, ist. sie allerdingsschönt —
Eine andre Ursache der Verspätung des Gute»in der Welt fand St. Pierre darin, daß so we-nig Menschen wüßten., was sie wollten,und unter Liesen noch weniger das Herz hätten, zuwissen, daß sie es wissen, zu wollen,was sie wollen. Selbst über. die gleichgültig-sten Dinge der Literatur folge man angenommenenfremden Meynungen, rmd habe nicht das Herz zusagen, was man selbst denket; hingegen, meynt er,sey nur Ein Mittel, daß jeder Mann von Wissen-