Band 
Adrastea III.
Seite
348
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Briefe zu Beförderung

und doch gibt es nicht eine Geschichte der Völker,der alle Grundsätze über das Verhalten der Na-tionen gegen einander fehlen? Gibt es nicht eineandre, in der die verderblichsten Grundsätzeals billige und preiswürdige Maasregeln aufgestelltsind? Eben deßhalb wissen manche nicht, warumsie nur das Betragen der Europäer gegen die Negerund die Wilden verdammen sollen, da ja ähnlicheGrundsätze in der gesammten Völker ge-schieh tc mit mehr oder minder Modifikationen zuherrschen scheinen.

Die meisten Kriege und Eroberungen allerWelttheile, auf welchen Gründen berührten sie?welche Grundsätze haben sie geleitet? Nicht etwanur jene Screifereien der asiatischen Horden, auchdie meisten Kriege der Griechen und Römer, derAraber, der Barbaren. Vollends die Ketzer - undKreuzzüge, das Verhalten der Europäer gegen Zau-berer und Juden, ihre Unternehmungen in beidenIndien. — Wie bedauret man in allem diesemmanchen großen Mann, der fast übermenschlicheThaten als ein Betrogener, als ein Verrückter that!Mit der edelsten Seele ward er ein Bestürmer undRänder der Welt, der für seine Thaten von Höfen,die so undankbar gegen ihn, als barbarisch gegen dieVölker waren, meistens auch bösen Lohn erntete.Man erstaunt über die Gegenwart des Geistes, dieVasko di Gama, Albuquerque, Eortes,Pizzarro, und viele unter ihnen, in Umständender größesten Gefahr zeigten; See- und Straßen-ränder zeigten oft ein Gleiches. Wer aber, derkein Spanier und Portugiese ist, wirb sich getrauen,