3?o Briefe zu Beförderung
Krieg zugleich führt, verläßt sich meistens auf dieWirkung seiner geheimen Mittel so sehr, daß auchdie offnen ihm mifiratheN. Aufwiegelung und Ver-rath lohnten selten ihre Urheber anders als mit Ver-lust und Schande. Wer Grundsätze wegdrängt, aufdenen einzig noch der Nest von Ehre und gutemNamen der Völker im Kriege beruhet, vergiftet die'Quellen der Geschichte und des Rechts der Völkerbis auf den letzten Tropfen. —
Eine traurige Uebersicht gäbe es, wenn manjede geschriebene Geschichte der Völker in ihren Krie-gen und Eroberungen, in ihren Unterhandlungen,in ihren Handclsentwürfcn Nach den Grund-sätzen durchginge, in welchen gehandelt und geschrie-ben wurde. Wie ehrlicher waren unsre Bätcr, diealten Barbaren, die bei ihren Aweikämpfcn nichtnur auf Gleichheit der Waffen sahen, sondern Platz,Licht und Sonne unpartheyisch theilten. Wie ehr-licher sind die Wilden in ihren Unterhandlungen undFriedensschlüssen, in ihrem Tausch und Handel!Gewalt und Willkühr mögen gebieten, worüber sieMacht haben, nur nicht über Grundsätze dcSRechts und Unrechts inder Menschen-geschichte *).
*) Bon der Denkart der Römer hierüber in ihrenbesten Zeiten lese man d«n Lipslu« (ilarnriirmpolirlcs mlt ihrem Eommentar) den Grotiu«(cle jure bclli ct puoi,), oder auch den gutenMvntagne (B. I. K. b. 6.) Sie ist für unsreZeiten sehr beschämend.
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