364 Briefe zu Beförderung
Der Frevler bröckelest du je dich ein.
Die Augen, die von Blute strömen, bliebenUns fremd; dem zügellosen Sieger eiltestDu nimmer nach. Wir gingen sanfte Wege,
Jetzt, wenn die Sonn' im Abendmeer ersank.
Jetzt in den Schatten der friedselgen Nacht,
Der Rühegeberin, der Reichen, dieUns ihre Schätz' am weiten Himmel zeigt,
Und nieden uns her Freuden schönste schenket.
Dann sagte leise mir der Mond in» Ohr:
„Sohn der Aescha, geh zu deiner Treuen,
Sie wartet dein», lieblicher als ich." —
Die Wege gingen wir; nicht jene, denenDu strenge jetzt unwillig dich entziehst.
Ich folge deinem Rath. Gehabt euch wohl,
Ihr Helden jetzt durch Mord und Todschlag! — Mögt»Die Löwen eure Siege drüllen! wetzeDer Tyger seine Klauen dazu; es singenErschlag«« Heere drein, und Drachen zischenAus Wüsteneien zerstörter Wohnungen. —
„Du stiller Mond, den sie mit MordgeschreiErschrecken, scheine nicht auf sie; und nieUmfange sie mit deinem sanften Arm,
Die sie verscheuchen, du srirdselge Nacht."