letzter» in seiner Umgebung noch Geltung hatten. Cha-raktershalb hatte Ludwig XVI . alle Eigenschaften eineskonstitutionellen Fürsten, eine gewisse Heftigkeit vielleichtabgerechnet, durch die er seine Minister und Andere, dieihm nahe kamen, nicht selten verletzte.
Dem Urtheil Anderer mehr als seinem eigenen ver-trauend, hätte er in ruhigen Zeiten wahrscheinlich einsich auf eine Kammermehrheit stützendes Ministeriumohne innere Ueberwindung an seiner Stelle regierenlassen; allein dann klangen die Traditionen aus denZeiten Ludwigs XIV. wieder in ihm nach. Und doch,wie verschieden war er nicht von Jenem, der kaum2.1 Jahre alt, nach dem Tode Mazarin's auf die Frage,an wen man sich jetzt in Regierungsangelegenheiten zuwenden habe, kurz und bestimmt antwortete: „an MichI"
Von seinen Ministern viel abhängiger als sein Ahn-herr, hatte Ludwig XVI. dennoch weniger Anhänglichkeitfür seine Gehülfen als Jener.
Nie waren Ministerwechsel häufiger, unerwarteter undtheilweis auch ungerechtfertigter, als unter der Regierungdes tugendhaften, nur das Gute wollenden Ludwigs XVI.;und zwar trennte er sich in allen Stadien seiner Regie-rung als absoluter wie als konstitutioneller König vonseinen Ministern, ohne daß es ihm je nahe gegangenwäre, von Turgot wie 16 Jahre später von Narbonne ,von Necker wie von Calonne, von Moutmorin wie vonDumouriez .
Bei den dadurch bedingten häufigen Ministerwechselnkonnte die Exekutivgewalt sich auch nicht in einem großenMinister verkörpern, wie dieß früher in Richelieu undMazarin , ja selbst in Colbert und Louvois geschehe» war.
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