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Der 10. August 1792 mit besonderer Rücksicht auf die Haltung des Schweizer-Garderegiments / von Dr. August von Gonzenbach
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50
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Säbel, Piken, Beile, Sensen, Messer, Eisenspitzen undan langen Stöcken befestigte Sägen schwingend. Hinund wieder erschienen inmitten der Menge einzelne Ab-4theilungen Nationalgarden, Hu irn singend.

Es leben die Patrioten, herunter mit dem Veto,"schreiend, bewegte sich die bunte Volksmasse langsamdurch den Saal. Einzelne trugen drohende Abzeichenund Inschriften. Der Eine hatte ein Paar alte Hosenmit der Inschriftes leben die Sansculottes" an seinerPike befestigt, ein Anderer trug auf seinem Spieß einblutendes Kalbsherz mit der AufschriftAristokratsnherz."

Das Defitiren, durch Tänze und allerlei Ansprachenunterbrochen, hatte über eine Stunde gedauert, woraufSanterre der Versammlung für ihren freundlichen Em-pfang dankte und ihr zur Erinnerung an diesen Tageine Fahne zurückließ. Es war inzwischen halb 4 Uhrgeworden, und die Nationalversammlung schloß nun ihreSitzung.

Die Volksmasse aber, die durch die Thüre der Feuil-lants eingetreten war, hatte als Ausgang den Hof derReitschule gewählt und ergoß sich durch die Thüre, diekurz vorher durch das Volk gewaltsam geöffnet wordenwar, in den Garten der Tuilerien; längs der Fayadedes Schlosses hinziehend, schien sie ihren Weg nach demPont-Royal nehmen zu wollen.

Dem Schloß entlang waren Bataillone der National-garde aufgestellt, die je nach ihrer politischen Färbungdie sich stets wiederholenden revolutionären Ausrufungenbeifällig oder mißfällig aufnahmen.