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Lothabweichungen : Formeln und Tafeln sowie einige numerische Ergebnisse für Norddeutschland : der allgemeinen Konferenz der internationalen Erdmessung im Oktober 1886 zu Berlin gewidmet
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Bei den nachfolgenden Rechnungen wurde (d 0 v 0 ) durch das Symbol d, übereinstimmendmit der Bedeutung von ö in den §§ 20 und 21, ausgedrückt. Führt man nun für gl 0 den Werthjt<* ein, so erhält man hiermit aus (2):

Pg = Pg 0 +Pl> . Pr = P's + Pi*- (3)

Für sind in der Regel die Mittelwerthe eingeführt worden, welche sich in derUeber-sicht der Arbeiten des Geodätischen Instituts unter Generallieutenant z. D. Dr. Baeyer, S. 14, ausder Diskussion von Doppelbestimmungen astronomischer Azimute ergeben haben, nämlich

/./, 5 0 = ± 0,79", f.ig = 0,62 für eine einfache Bestimmung,

= ± 0,56 = 0,31 für eine doppelte Bestimmung nach zwei versch. Methoden.

In einigen Fällen fand aber eine besondere Schätzung statt: Für Königsberg konnte ausden Angaben auf S. 420/421 derGradmessung in Ostpreussen, welche sich auf mehrere Jahrebeziehen, ein sehr genauer Werth von gs ± 0,19" abgeleitet werden. Dagegen fehlte jederAnhalt für Göttingen; hier wurde der m. F. so gross wie für Königsberg angenommen in der Er-wartung, dass voraussichtlich annähernd dieselbe Sicherheit erreicht sein wird. Für Bonn wurdenach Ar geländert Genauigkeitsangaben der m. F. gleich =t 0,7" angesetzt (Rhein. Dreiecksnetz,Heft I, S. 18, wahrscheinl. F. = ± 0,5").

Die Rechnung gestaltet sich hiermit wie folgt:

p1 0 + K

= P»

1. Rauenberg

0,62 + 0,18 (Küstenverm.)

= 0,80

6. Königsberg

0,04 4 0,24 (Ostpr. Gradm.)

= 0,28

7. Rugard

0,31 + 0,18 (Küstenverm.)

= 0,49

12. Helgoland

0,62 + 0,10 (Landesaufn.)

= 0,72

14. Brocken

0,62 -)- 0,23 (Mittel fürs G. I.)

= 0,85

15. Göttingen

0,04 4 0,31 (siehe unten)

= 0,35

19. Bonn

0,49 -f- 0,32 (siehe unten)

= 0,80

20. Mannheim

0,31 + 0,23 (Mittel fürs G. I.)

= 0,54

Hierbei bedürfen gl für Göttingen und Bonn noch einer kleinen Erörterung. In Göttingenkonnte bei den geodätischen Messungen der Landesaufnahme nicht mehr direkt die früher astro-nomisch orientirte Nullrichtung, SternwarteMeridianmarke, beobachtet werden; mit Rücksicht aufdie Form des geodätischen Netzes (vergl. die lithographirte Tafel H) wurde für g r annähernd derdoppelte Werth des g r im Göttinger Basisnetz angesetzt und dabei noch erwogen, dass die Meridian-marke von der Sternwarte mit 5020 weit genug entfernt ist, um kleine Mängel in der Punktidentitätbedeutungslos erscheinen zu lassen.

In Bonn dient die nur 1679 lange Linie SternwarteMeridianmarke zur Uebertragung desAzimuts ins Dreiecksnetz (vergl. die lithographirte Tafel III); deshalb können hier Centrirungsfehlervon einigen Millimetern, welche nicht ausgeschlossen erscheinen, merklich werden. Nimmt man=L 1,4 als mittleren Gesammtfehler der Centrirungen quer zur Längsrichtung, so ergiebt dieses± 0,17" mittleren Richtungsfehler, womit sich gl 0,29 im Bonner Basisnetz um 0,03 erhöht undin den oben angegebenen Werth übergeht. Die Summe g 2 s ist seinerzeit auf 0,80 abgerundet worden.

Für die Zwecke der Ausgleichung hätten obige Werthe g# streng genommen noch einer

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