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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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demselben Lieutenant Lancelle mit seinen Leuten als Verstärkungvon mir geworfen.

In unserem Gewehrbereiche zogen sich unsere Gegner in hellenHaufen mit vielen Seitenbewegungcn auseinander, wobei wir sie,ihre Entwickelung zu stören, lebhaft beschossen. Am anderen Mor-gen fanden wir sie, Mann an Mann niedergestreckt, fast in der-selben Ordnung, wie sie ausgerückt waren.

Auch die Artillerie, welche vor dem Kirchhofe aufgefahren war,hatte einige Schüsse abgegeben, konnte sich aber auf dem freienFelde nicht halten. Nun begann das feindliche Granatfeuer, wel-ches von zwei und mehr Seiten kommend (Orme und Batilly)unsere Positionen vollständig kreuzte. Die Franzosen schössen brillantund unablässig; sie kämmten die Kirchhofmauer in ihrer ganzenLänge ab und fegten mit ihren Granaten unsere einzige Kommuni-kation, die Weststraße, entlang und zerstörten die Mauerpositionender 1. und 4. Compagnie.

Auch in der Nähe der Barrikaden, wo unsere Soutiens ab undzu Gelegenheit fanden, mit Salven und Schnellfeuer in das Ge-fecht einzugreifen, gab's brennende Häuser. Schon beherrschte derFeind unsere Rückzugslinie nach Egry; wir waren umstellt, wennnicht abgeschnitten.

Für alle Fälle die schleunige Unterbringung etwaiger höhererAnordnungen zu sichern, stationierte ich den Adjutant des Bataillonsbeim Oberstlieutenant Sannow, welcher in derselben Lage wie wirmit den anderen beiden Bataillonen des Regiments im Gefechtewar. Sehr stark spielte auch das feindliche Kleingewehrfeuer,namentlich aus den vorliegenden Gehöften. Wir mußten es, wennauch beschränkt, erwidern, schon um uns thätig zu erweisen. Aber >es gingen unsere Patronen zu Ende, und die Patronenwagen, welchebeim Beginn des Bombardements hatten abfahren müssen, warenin dieser Zeit vor dem feindlichen Feuer nicht zu erreichen.

Die Meldungen, daß es an Patronen fehle, häuften sich. >

Es war ein peinlicher Moment. Eine Zeit lang mußten dieSoutiens mit ihrem Überflüsse aushelfen; auch wurden Leuten, ^welche sich hinter der Front vereinzelt im Orte fanden, sämtlichePatronen abgenommen und durch Freiwillige den Schützen über-bracht. Aus der Wache des Ortes, sonstigen Kommandierten und