I.
In der Keimat, Sei der Landwehr.
Der Mobilmachungsbefehl des Jahres 1870 traf mich am15. Juli in meiner Garnison Hannover, wo ich eine Compagnieim 16. Regiment führte.
Die Bewegung in der Bevölkerung war eine allgemeine undpatriotische. Im Tivoli-Garten, dem Sammelpunkt der Gebildeten,wurden die Emser Depeschen dem Kopf an Kopf versammeltenPublikum von den Tischen herab verlesen und mit einem freudigenHoch auf den König und das deutsche Vaterland beantwortet.Scharen von Menschen durchzogen die Straßen der Stadt undsangen die Wacht am Rhein. Mit ehrfurchtsvoller Aufmerksamkeitwurde auf dem Bahnhöfe die sympathische Erscheinung des PrinzenAdmiral Adalbert begrüßt, der unsere Stadt auf der Heimkehr vonLondon berührte. Man fragte sich nur, nicht ohne Sorge, waswird mit unseren noch wenigen Schiffen werden?
Ein jeder Militärpflichtige eilte seiner Dienststelle zu. MeinHaus verließ noch in der Nacht, welche auf den Ausspruch derMobilmachung folgte, ein lieber Verwandter, ein junger Offizier,der bei uns auf Besuch gewesen war.
Mich hatte der Mobilmachungsbefehl dem LandwehrbataillonUnn a zugeteilt. Als ich Hannover den Rücken gekehrt hatte"^r-"schien bei meiner Gattin ein alter hannöverscher Oberst, Herrv. Stoltzenberg-Sögeln, der einst Adjutant des Königs Georg warund sich uns in Hannover nahegestellt hatte, und sagte ihr: „Siewissen, ich liebe die Preußen nicht, ich wünsche ihnen aber dochin diesem Kriege den Sieg."
v. N a tz,»c r, Bei der Landwehr, vor Metz >c.
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