In demselben Sinne wie dieser edle Mann hatte mir gleichnach dem Kriege 1866 der bekannte hannöversche Oberstallmeister,General Meyer, ein ausgesprochener Welse, mit dem ich über dieAnnektion Hannovers sprach, das Zugeständnis gemacht: „WennIhr König als deutscher Kaiser in Aachen einzieht, dann werde ichihm huldigen", ein Standpunkt, der die Versöhnung der durchStammesinteressen Getrennten sicherstellte, wenn man bedenkt, daßVersailles ein anderes Aachen war.
Ich war unglücklich, daß ich nur in einer Besatzungstruppethätig sein sollte.
Nachdem eine Vorstellung bei meinen Vorgesetzten eine Ände-rung meiner Bestimmung nicht herbeigeführt hatte, eilte ich in dermir noch verbliebenen freien Zeit nach Düsseldorf, den dort be-findlichen General v. B., mit dem ich durch meine Frau in ver-wandtschaftlichen Beziehungen stand, für die Erfüllung meinerWünsche, zur Linie zu kommen, zu interessieren. Natürlich er-reichte ich auch hier nichts, wohl aber zu meiner Beschämung denvielleicht durch meine innere Unzufriedenheit wenn nicht hervor-gerufenen so gesteigerten Eindruck, wie ich in den wenigen Jahren,wo man mich nicht gesehen habe, gealtert sei. Da mir die Kriegs-rangliste des Bataillons Unna, infolge des Umstandes, daß eseinem anderen Corpsbereich als mein Regiment angehörte, nochnicht bekannt war, klammerte ich mich nun an die Hoffnung, daßich der designierte Commandeur desselben sein möchte, in dem außermir von den 16ern nur noch ein jüngerer Hauptmann v. Schlich-ting und die Lieutenants Rocholl und Drabbe zu dem Bataillongekommen waren, erfuhr aber, wie ich mir selbst hätte sagen können,in Unna, daß dies ein älterer, der Hauptmann v. Bvckelmann des91. Regiments sein sollte.
Mein einziger Trost in dieser Zeit der Enttäuschungen war,daß viele von den zu den Fahnen eilenden Blaukitteln, welche inüberfüllten Zügen den Bahnhof der kleinen Stadt passierten, michin aufmerksamer Weise als ihren Führer begrüßten, „der in Kriegund Frieden für sie gesorgt habe".
Noch einmal lebte die Hoffnung, an die Spitze eines Bataillonszu kommen, in mir auf, als meine Compagnie, statt der etats-mäßigen 200 die vierfache Zahl Leute zugeteilt erhielt. Diesmal sollte