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ich, aber erst später, erfahren, daß der Überschuß für das schon be-setzte Landwehrbataillon Apenrade bestimmt war.
Inzwischen war meine Ausgabe „mit der ganzen Gesellschaft", diezum Teil angetrunken in dem Stabsquartier eintraf, und demkleinen Apparat von nur auf eine Compagnie berechneten Char-gierten, von welchen die der Landwehr noch erst einzukleiden waren,fertig zu werden, ein Geschäft, welches gleich anfangs dadurch er-schwert wurde, daß die Versammlung und Übergabe der Mann-schaft in der Stadt auf dem Markte und nicht an einem abge-legenen Orte statthatte, wo man weniger durch äußere Eindrückegestört gewesen wäre. Ich beschränkte mich daher auf die nötigsten An-ordnungen, die Einteilung in die Korporalschaften, die Austeilung derQuartierbillets und die Regelung des Einkleidungsdienstes, ohneeine Ahnung davon zu huben, was sich erst mit der Zeit (bei derEinkleidung) herausstellte, daß Uniformen, Waffen und Ausrüstungnur für wenig mehr als die Normalstärke der Compagnie vorhan-den war. Unter solchen Umständen häufte sich die Menge vonUnbeschäftigten vor der Kammer und nahm ich aus der Ferne wahr,daß man Unfug trieb und lärmte. Da ich zu Pserde war,sprengte ich in die Mitte der Versammelten und bemächtigte micheines Mannes, der mir zu laut war. Gleich darauf trat ein an-derer, der das Aussehen eines behäbigen Bürgers hatte, in be-scheidener Weise an mich mit der Bitte heran, den Mann frei zugeben, indem er versicherte: „Wir werden auch die größte Ord-nung halten."
Ich zögerte einen Augenblick über die wunderbare Zumutung,indem solches Ansuchen und seine Erfüllung meinen Grundsätzenund Gewohnheiten widersprach und sprach mich in diesem Sinneauch aus. Dann aber wollte es mir scheinen, als wenn ich
unter den obwaltenden Umständen gut thäte, den Vorgang für
! das Interesse des Dienstes auszubeuten, und daß ich der Disziplin! damit nichts vergebe, da ein größeres Vergehen mir nicht bekanntwar. Ich erwiderte daher: „Versprechen Sie mir, überall Ihr
Bestes zu thun, so geben Sie mir die Hand darauf." Er that
es, und habe ich meinen Entschluß nicht zu bereuen gehabt, denndie Führung der Mannschaft war, nach dem Urteil der Vorgesetzten,bis zuletzt eine musterhafte.
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