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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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Seite
8
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II.

Auf französischem Moden.

Der nächste Marsch führte uns nach Saarbrücken, wo das De-tachement Pestel, dessen Führer wir 16er von Düsseldorf her alslebenslustigen Husarenrittmeister kannten, von der französischen Re-kognoszierung, welcher der Kaiser mit seinem Prinzen beiwohnte,zurückgedrängt war, trotzdem aber den Aufmarsch der Armee ge-deckt hatte. Jetzt nach dem Siege von Spichern war der Ort,unbehelligt vom Feinde, ein großes, übrigens nicht anziehendesdeutsches Heerlager.

Wir waren seit dem 18-, wie wir hier erfuhren, mobil undder Generalctappeninspektion der 2. Armee (Generalmajor v. Tiede-mann) zugeteilt.

Mein Bataillonscommandeur sollte mit zwei Compagnien inSaarbrücken verbleiben, ich anderen Tages mit der 1. und 2. Com-pagnie, welche letztere ein Hauptmann Bardeleben führte, mit demich im Colbergischen Regiment gestanden hatte und der kürzlichals Präsident in Celle gestorben ist, nach Saargemünde rücken.Die zwischenliegende Nacht sollten wir, da es in Saarbrücken anQuartieren gebrach, bivouakieren.

Da wir dazu kein Stroh bekamen und unser Essen erst imLause der Nacht erhalten sollten, drängte ich mit den beiden Com-pagnien einquartiert zu werden und wurde für meine Personmit mehreren Kameraden beim Landrat v. Gärtner untergebracht,dessen Gattin uns, trotz der späten Stunde, wo wir ihr Hausbetraten, auf das liebenswürdigste empfing.

Am anderen Morgen besuchten wir mit unseren Leuten dasGesechtsfeld vom 2. August, den Exerzierplatz, wo der Prinz Luluseinen Meisterschuß gethan hatte. An einem Grabe, welches wirpassierten, machten wir Halt und gedachten der gefallenen Lands-leute. Dann marschierten wir nach Saargemünde, wo das 16. Re-giment am 9. einen Ruhetag gehabt hatte und r ückten h ier unterTrommelwirbel §ju, 21. August.

Ich wurde mit Bardeleben in dem Hause eines reichen, ge-