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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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14
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begrüßte einen lieben Kameraden, einen Lieutenant v. Hirschseld,einen kleinen, aber schneidigen Offizier, mit dem ich bei den 49erngestanden hatte. Er ist demnächst als Held gefallen.

Von Frau v. Ascheraden erfuhr ich, daß sie mit Hilfe ihresSohnes ihren Mann suche. Wer beschreibt meinen Schrecken, als siemir mitteilte, daß das Regiment nur noch 500 Mann stark sein solle.

Ich speiste alsdann mit einem Adjutanten des Großherzogsvon Mecklenburg, einem Herrn v. Kotze, und dem bekannten Dichterv. Moser, der für den Johannitervrden thätig war.

Am 2. September notierte ich in mein Tagebuch:Vorgesternrückte das 90. Linienrcgiment, welches in Holstein gestanden hat,hier durch. Die vielen Gefangenen, von welchen man zu hörenbekommt, sprechen für einen günstigen Ausgang des Gefechts vonMonzon? Mac Mahnn scheint in Sedan eingeschlossen. Werhätte das gedacht. Das Bataillon , Unna' scheint ewig bei derEtappe zu bleiben."

Aus den Berichten derKölnischen Zeitung" ersah ich, daßdas 16. Regiment kurz vor der Aktion am 16. einen Feldgottes-dienst gehabt hat, daß Oberst Brixen das Regiment mit Bravourvorführte und von demselben der ausdrückliche Befehl zum Zurück-gehen erteilt wurde.

Am 12. September wurde mir bekannt, daß das Regiment,in Anerkennung seiner Tapferkeit, verschiedene Kreuze erhaltenhatte.

Am 16. schrieb ich nachhause:Daß Ascheradcn, wie ich jetzthöre, gestorben ist, thut mir aufrichtig leid; er war ein tüchtigerMensch. Sprich der Witwe meine herzliche Teilnahme aus. Gesternsprach ich in Saarbrücken den guten S. (Stülpnagel oder Stuckradt).Er wollte mir immer die Hand geben, während ich mit dem Bücke-bürger Fürsten sprach, der dem Hauptquartier nachging. In derBegleitung des Fürsten war Oberst v. Marthille; der andere Ad-jutant, Strauß, mit einem Waggon Lebensniittel für das Bataillonvorausgegangen. Marthille versprach mir, mich beim Armeecorpsin Erinnerung zu bringen. Dem Regiment habe ich für alle Fällemeinen Aufenthaltsort gemeldet. Du brauchst übrigens nicht zuglauben, daß ich ungeduldig bin. Ich schicke mich vielmehr in alles,halte es nur für mich als Linienoffizier für Pflicht, nichts unver-